Die OECD und der deutsche Weg zur Partnerschaftlichkeit

Für alle die keine Zeit und Muse haben, die 240 Seiten der jüngst veröffentlichten Studie der OECD „Dare to Share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf“ zu lesen, aber dennoch mehr darüber erfahren wollen als in den kurzen und teilweise polarisierenden Kommentaren der Presse, habe ich mir die Mühe gemacht, die Kapitel der Studie zusammenzufassen.  Leider wimmelt die Studie von mehrfachen Dopplungen und auch unterschiedlichen Aussagen. Letztere werde ich in meiner Zusammenfassung kennzeichnen.

Im Anschluss an die Zusammenfassung des letzten Kapitels werde ich mein Fazit zur Studie sowie Empfehlungen an die Akteure zur Verfügung stellen.

Worum es geht:

Die Vereinbarung von Beruf und Familie ist für viele Beschäftigte in Deutschland nach wie vor schwierig. Die dafür vorherrschenden Gründe wurden im letzten Jahrzehnt von Politik und auch Wirtschaft genauer hinterfragt. Nicht wenige politische Maßnahmen wie z.B. die Einführung des Elterngeldes oder der Rechtsanspruch für einen Krippenplatz wurden eingeleitet um eine bessere Vereinbarkeit – und somit auch (so die Hoffnung) u.a. eine höhere Geburtenrate in Deutschland herbeizuführen. Aufhänger für die Einführung der Maßnahmen waren dabei „die frühere Rückkehr der Mütter nach der Geburt an den Arbeitsplatz“, „Frauenförderung“ und „der demographische Wandel“. Langsamkeit konnte man den politischen Akteuren bei diesem Thema nicht vorwerfen.

Auch an Marketingmaßnahmen, Studien und Veröffentlichungen wurde nicht gespart. Sieben Jahre nach Einführung des Elterngeldes lag die Geburtenrate mit 1,47 Kindern je Frau etwas höher als mit 1,4 Kindern je Frau in den Jahren zuvor. Doch immer noch unter dem Durchschnitt der OECD Länder mit 1,67 Kindern. Also nicht ausreichend genug für das „Bestandserhaltungsniveau“. <Anmerkung: Dieser Begriff klingt merkwürdig; wird jedoch u.a. auch beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung verwendet. Es entspricht dem Geburtenniveau, bei dem der Erhalt der Elterngeneration durch die Kindergeneration gesichert ist .   >Daher rückt seit einiger Zeit ein neuer Begriff in den Vordergrund, wenn es um die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht: Der Begriff der Partnerschaftlichkeit. Klingt für mich zunächst nach einer neuen Wortkreation und auch mein Rechtschreibprogramm kennt dieses Wort bisher nicht. Gemeint ist, dass die partnerschaftliche Aufgabenverteilung in Familie und Beruf gefördert werden soll. Ich weiß aus zahlreichen Beratungsgesprächen mit Eltern weiß, dass hier sehr oft der Schuh drückt und bin ich gespannt auf die Studie der OECD.

Da ich mich selbst Zeit meines Arbeitslebens mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie beschäftige, freue ich mich auf einen – wie ich hoffe - erweiterten oder gar neuen Blickwinkel auf das Thema. Ich lasse mich nicht von relativ klein beschriebenen DIN A4 Seiten abschrecken und beginne wissbegierig zu lesen. Zugegeben - irritiert bin ich, als ich im Vorwort lese, dass diese Studie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bezuschusst wurde. Kann man da noch – ein halbes Jahr vor den Bundestagswahlen - auf eine objektive Studie hoffen? Ich lege diesen Gedanken zunächst beiseite und lese das Inhaltsverzeichnis genauer:

  1. Dare to share – Deutschlands Weg zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf
  2. Partnerschaft, Familienstruktur und Arbeitsteilung: Deutschland im OECD-Vergleich
  3. Politikmaßnahmen zur Förderung der Partnerschaftlichkeit in Deutschland
  4. Verteilung von Erwerbsarbeit und Erwerbseinkommen in Paaren mit Kindern
  5. Aufteilung der unbezahlten Arbeit zwischen den Partnern
  6. Partnerschaftlichkeit und Geburtenverhalten in Deutschland und Frankreich

Sind Sie interessiert? Dann finden Sie die versprochene Zusammenfassung des ersten Kapitels hier am kommenden Montag.

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